Bitcoin Solo Mining erklärt: Was ist das und wie hoch sind die Chancen wirklich?

Bitcoin Mining klingt auf den ersten Blick einfach: Miner rechnet, Miner findet Block, Miner bekommt Bitcoin. In der Praxis sieht es heute deutlich anders aus. Das Bitcoin Netzwerk ist riesig, die Rechenleistung ist extrem hoch und die meisten Blöcke werden von großen Mining Pools gefunden.

Trotzdem gibt es Solo Mining. Gerade im Hobbybereich, bei kleinen ASIC Minern oder Geräten wie einem Bitaxe, ist Solo Mining für viele interessant. Nicht, weil es planbar profitabel wäre, sondern weil es eher einer technischen Bitcoin Lotterie ähnelt.

In diesem Beitrag geht es darum, was Solo Mining ist, wie hoch die aktuelle Ausschüttung ungefähr ist und wie realistisch die Chance auf einen eigenen Block wirklich ausfällt.

Was bedeutet Solo Mining?

Beim Solo Mining arbeitet ein Miner nicht in einem klassischen Pool mit vielen anderen Minern zusammen. Der eigene Miner versucht allein, einen gültigen Bitcoin Block zu finden.

Findet er keinen Block, gibt es auch keine Auszahlung. Findet er einen Block, geht die Blockbelohnung grundsätzlich an den Miner beziehungsweise an die angegebene Bitcoin Adresse. Je nach genutztem Solo Pool oder Dienstleister können davon Gebühren abgezogen werden.

Das unterscheidet Solo Mining deutlich vom Pool Mining. Beim Pool Mining werfen viele Miner ihre Rechenleistung zusammen. Findet der Pool einen Block, wird die Belohnung anteilig nach eingebrachtem Hashrate Anteil verteilt. Dadurch bekommt man kleinere, aber regelmäßigere Auszahlungen.

Beim Solo Mining ist es anders. Entweder man findet einen Block oder man bekommt nichts.

Wie hoch ist die aktuelle Bitcoin Ausschüttung pro Block?

Aktuell besteht die Bitcoin Blockbelohnung aus zwei Teilen:

  1. der festen Blocksubvention
  2. den Transaktionsgebühren im jeweiligen Block

Die feste Blocksubvention liegt seit dem Halving 2024 bei 3,125 BTC pro Block. Dazu kommen die Transaktionsgebühren. BitInfoCharts zeigte am 12. Juni 2026 eine durchschnittliche Belohnung von 3,125 BTC plus rund 0,02764 BTC Gebühren, also zusammen ungefähr 3,15264 BTC pro Block. Bei einem Bitcoin Preis von etwa 54.700 Euro entspricht das grob 172.000 Euro pro gefundenem Block. Der genaue Euro Wert schwankt natürlich direkt mit dem Bitcoin Kurs und mit den enthaltenen Transaktionsgebühren.

Wichtig ist: Die Gebühren sind nicht fest. In Phasen mit hoher Netzwerkauslastung können sie höher sein, in ruhigen Phasen deutlich niedriger. Mempool.space zeigte zuletzt ebenfalls durchschnittliche Gebühren pro Block im Bereich von rund 0,019 BTC bis knapp darüber.

Wie hoch ist die Chance beim Solo Mining?

Die Chance hängt fast vollständig von der eigenen Hashrate im Verhältnis zur gesamten Bitcoin Netzwerk Hashrate ab.

BitInfoCharts zeigte am 12. Juni 2026 eine Bitcoin Netzwerk Hashrate von rund 943,94 EH/s. Ein EH/s entspricht einer Million TH/s. Das ist eine extrem große Zahl.

Zum Vergleich:

Eigene HashrateGrobe Chance auf einen Block pro JahrRechnerisch ein Block etwa alle
1 TH/sca. 0,0056 % pro Jahrca. 17.960 Jahre
1,2 TH/sca. 0,0067 % pro Jahrca. 14.966 Jahre
6 TH/sca. 0,033 % pro Jahrca. 2.993 Jahre
100 TH/sca. 0,55 % pro Jahrca. 180 Jahre
200 TH/sca. 1,1 % pro Jahrca. 90 Jahre

Diese Zahlen sind keine Garantie und keine feste Laufzeit. Es handelt sich um Wahrscheinlichkeiten. Theoretisch kann ein kleiner Miner morgen einen Block finden. Genauso kann er rechnerisch tausende Jahre keinen Block finden.

Genau deshalb wird Solo Mining oft als Mining Lotterie bezeichnet.

Beispiel: Solo Mining mit einem kleinen ASIC

Nehmen wir einen kleinen Miner mit ungefähr 1 bis 1,2 TH/s. Solche Werte liegen eher im Hobbybereich. Bei einer Netzwerk Hashrate von rund 944 EH/s ist der Anteil am gesamten Bitcoin Netzwerk verschwindend gering.

Das bedeutet:

Ein kleiner Miner kann technisch am Bitcoin Mining teilnehmen. Er kann auch theoretisch einen Block finden. Aber wirtschaftlich darf man nicht erwarten, dass regelmäßig Bitcoin eingehen.

Bei Solo Mining mit kleinen Geräten geht es eher um:

  • Technik verstehen
  • Bitcoin Mining praktisch ausprobieren
  • eigene Hardware betreiben
  • Spaß an der Sache
  • die kleine Chance auf einen extrem seltenen Treffer

Wer dagegen planbare Erträge erwartet, landet eher beim klassischen Pool Mining. Dort sind die einzelnen Auszahlungen kleiner, aber regelmäßiger.

Gibt es echte Solo Mining Treffer?

Ja, es gibt sie. Genau das macht das Thema so spannend. Immer wieder schaffen es einzelne Solo Miner, einen Block zu finden. Das sind aber Ausnahmen, keine realistische Planungsgrundlage.

Im April 2026 wurde beispielsweise über einen Solo Miner berichtet, der einen Bitcoin Block mit einer Belohnung im Bereich von rund 210.000 US Dollar gefunden hat. Solche Fälle zeigen, dass Solo Mining technisch funktioniert. Sie zeigen aber auch, wie selten solche Treffer sind.

Tom’s Hardware berichtete außerdem über einen Hobby Miner mit rund 6 TH/s, der einen Block mit etwa 3,146 BTC gefunden haben soll. Der Artikel ordnete die Chancen mit etwa 1 zu 180 Millionen ein. Auch das passt gut zur Einordnung: möglich, aber extrem unwahrscheinlich.

Solo Mining ist kein normales Investment

Wer Solo Mining betreibt, sollte ehrlich zu sich selbst sein. Die Stromkosten laufen jeden Tag. Die Hardware kostet Geld. Die Wärme muss weg. Und die Chance auf einen Block ist bei kleinen Geräten extrem niedrig.

Das heißt aber nicht, dass Solo Mining sinnlos ist. Es ist nur etwas anderes als klassisches Investment oder planbares Mining Einkommen.

Für mich ist Solo Mining eher:

Technikprojekt, Bitcoin Experiment und Lotterie in einem.

Man lernt, wie Mining funktioniert. Man sieht Hashrate, Shares, Temperaturen und Netzwerkdaten live. Man versteht Bitcoin dadurch deutlich praktischer als nur durch Charts oder Börsenkurse.

Pool Mining oder Solo Mining?

Die einfache Unterscheidung:

Pool Mining ist sinnvoller, wenn man regelmäßige kleine Auszahlungen möchte.

Solo Mining ist interessant, wenn man den vollen Block selbst finden möchte und akzeptiert, dass wahrscheinlich lange gar nichts passiert.

Bei kleinen Geräten im Hobbybereich sollte man Solo Mining nicht schönrechnen. Die Wahrscheinlichkeit ist sehr klein. Aber genau dieser Lotterie Charakter macht für viele den Reiz aus.

Einschätzung

Bitcoin Solo Mining bedeutet: Der eigene Miner versucht allein, einen gültigen Bitcoin Block zu finden. Klappt das, kann die Belohnung aktuell bei grob 3,15 BTC liegen. Das entspricht derzeit ungefähr 172.000 Euro, abhängig vom Bitcoin Kurs und den Transaktionsgebühren.

Die Kehrseite ist die extrem geringe Wahrscheinlichkeit. Bei rund 1 TH/s eigener Hashrate liegt die rechnerische Wartezeit auf einen Block bei vielen tausend Jahren. Selbst mit 100 TH/s ist ein Blockfund nicht planbar.

Solo Mining ist damit kein sicherer Ertrag, sondern eher ein technisches Bitcoin Lotterie Experiment. Wer das versteht, kann daran trotzdem Freude haben. Nicht wegen sicherer Gewinne, sondern wegen der Technik, dem Lernen und der kleinen Chance auf einen echten Volltreffer.