Kann ein kleiner Solo Miner wirklich einen Bitcoin Block finden?

Ja, kann er.

Aber dieser Satz braucht direkt eine Einordnung. Möglich heißt nicht wahrscheinlich. Und möglich heißt auch nicht, dass man daraus einen verlässlichen Ertrag ableiten kann.

Beim Solo Mining geht es am Ende um Hashrate, Netzwerk-Schwierigkeit und Zufall. Jeder Miner sucht nach einem gültigen Block. Große Mining-Farmen haben dafür Millionen oder Milliarden Versuche mehr. Ein kleiner Miner hat nur eine winzige Chance. Aber diese Chance ist nicht null.

Genau das macht das Thema so spannend. Kleine Geräte wie ein Bitaxe oder andere kompakte ASIC-Miner sind keine Gelddrucker. Sie sind eher ein technisches Bitcoin-Los, das nebenbei Strom verbraucht, Wärme erzeugt und einem ziemlich gut zeigt, wie Mining wirklich funktioniert

Der bekannte Fall: rund 6 TH/s und trotzdem ein Block

Im November 2025 wurde ein besonders interessanter Fall bekannt. Ein Solo Miner mit nur rund 6 TH/s soll über Solo CKpool einen Bitcoin Block gefunden haben. Genannt wird dabei Block 924.569 mit einer Auszahlung von rund 3,146 BTC. Die Summe setzt sich aus dem festen Block Subsidy-Anteil und den Transaktionsgebühren des Blocks zusammen. ForkLog nennt für diesen Fall ebenfalls Block 924.569, rund 6 TH/s und 3,146 BTC. Tom’s Hardware berichtet ebenfalls über den Fall und verweist dabei auf CKpool beziehungsweise Con Kolivas als Bestätigung der extrem niedrigen Hashrate.

Die Blockchain zeigt den gefundenen Block und die Auszahlung. Die genaue Hashrate des einzelnen Miners steht aber nicht in der Blockchain. Diese Information kommt aus der Pool- beziehungsweise Betreiberseite und aus den darauf basierenden Berichten.

Trotzdem ist der Fall plausibel und technisch nachvollziehbar. CKpool ist genau für solche Solo-Mining-Setups gedacht. Laut offizieller CKpool-Seite handelt es sich nicht um einen klassischen Pool mit gemeinsamer Auszahlung, sondern um einen Service, über den Miner solo Blöcke minen können, ohne selbst die komplette Infrastruktur betreiben zu müssen.

Was heißt das für kleine Miner wie Bitaxe?

Ein kleiner Miner arbeitet nicht „unecht“. Wenn er korrekt eingerichtet ist, macht er echte SHA-256-Arbeit und nimmt technisch am Bitcoin Mining teil.

Der Unterschied liegt nicht in der Echtheit des Minings, sondern in der Größe.

Ein Bitaxe mit wenigen hundert GH/s oder etwas über 1 TH/s steht einem Netzwerk gegenüber, das in ganz anderen Größenordnungen rechnet. Ein einzelner kleiner Miner ist im Verhältnis zum gesamten Bitcoin Netzwerk praktisch verschwindend klein.

Das heißt aber nicht, dass er ausgeschlossen ist. Es heißt nur, dass die Wahrscheinlichkeit extrem niedrig ist.

Man kann sich das wie eine Lotterie vorstellen. Ein Los kann gewinnen. Wer Millionen Lose hat, hat statistisch eine viel bessere Chance. Aber auch das eine Los ist ein echtes Los.

Beim Solo Mining ist deine Hashrate dieses Los.

Warum die Chance so klein ist

Bitcoin ist so gebaut, dass im Durchschnitt etwa alle zehn Minuten ein neuer Block gefunden wird. Damit das trotz steigender oder fallender weltweiter Rechenleistung ungefähr stabil bleibt, passt sich die Mining Difficulty regelmäßig an. Je mehr Rechenleistung im Netzwerk aktiv ist, desto schwieriger wird es, einen gültigen Block zu finden.

Für kleine Miner bedeutet das: Sie konkurrieren nicht gegen ein paar Hobby-Miner. Sie konkurrieren gegen das gesamte Bitcoin Netzwerk.

Deshalb kann ein kleiner Miner theoretisch einen Block finden. Praktisch kann er aber auch jahrelang laufen, ohne jemals einen Block zu sehen.

Das ist der Punkt, den man sauber trennen muss:

Möglich: ja.
Planbar: nein.
Sichere Einnahmequelle: nein.

Was CKpool dabei macht

Viele kleine Solo Miner nutzen Solo CKpool. Der Dienst nimmt einem nicht das Risiko ab. Er macht Solo Mining nur einfacher.

Laut offizieller Seite kann man seinen Miner direkt mit solo.ckpool.org:3333 verbinden und als Benutzernamen die eigene Bitcoin-Adresse verwenden. CKpool schreibt außerdem, dass keine Registrierung nötig ist und keine Pool-Wallet dazwischenliegt.

Der entscheidende Unterschied zu klassischem Pool Mining:

Beim klassischen Pool Mining teilen sich viele Miner regelmäßig kleinere Auszahlungen. Beim Solo Mining über CKpool gibt es keine laufenden kleinen Erträge. Findest du keinen Block, bekommst du nichts. Findest du einen Block, geht die Belohnung an deine angegebene Adresse, abzüglich der CKpool-Gebühr. CKpool nennt selbst eine Gebühr von 2 Prozent.

Das ist hart, aber ehrlich.

Wie hoch wäre die Belohnung?

Seit dem Bitcoin Halving im April 2024 liegt der feste Block Subsidy-Anteil bei 3,125 BTC pro Block. Dazu kommen die Transaktionsgebühren, die von Block zu Block unterschiedlich sind. Bitbo nennt ebenfalls den aktuellen Block Subsidy-Wert von 3,125 BTC nach dem Halving 2024.

Deshalb sieht man in Berichten oft Werte wie 3,13 BTC, 3,14 BTC oder 3,15 BTC. Das ist dann nicht nur der feste Subsidy-Anteil, sondern der Subsidy-Anteil plus die Gebühren im jeweiligen Block.

Beim genannten 6-TH/s-Fall wurden rund 3,146 BTC genannt.

Warum machen Leute das überhaupt?

Nicht, weil sie jeden Monat sicher Bitcoin verdienen.

Die meisten machen es aus anderen Gründen:

  • Man sieht live, was Hashrate, Temperatur, Spannung, Shares und Effizienz bedeuten.
  • Man kann mit Hardware, Kühlung, Netzteilen und Einstellungen experimentieren.
  • Man betreibt ein kleines Stück Bitcoin-Technik zu Hause.
  • Und ja: Man hat ein winziges Los in der Bitcoin-Mining-Lotterie laufen.

Gerade Geräte wie Bitaxe sind dafür interessant. Sie sind kompakt, vergleichsweise sparsam und für Technikleute deutlich greifbarer als ein großer Industrie-Miner. Man kann verstehen, was passiert, statt nur irgendwo auf eine Zahl in einer App zu schauen.

Was man daraus mitnehmen kann

Ein kleiner Solo Miner kann tatsächlich einen Bitcoin Block finden. Der Fall mit rund 6 TH/s zeigt, dass es nicht nur Theorie ist.

Aber man sollte daraus nicht die falsche Erwartung ableiten.

Ein Bitaxe oder ein anderer kleiner ASIC Miner ist kein verlässliches Einkommen. Er ist ein Hobbygerät, ein Lernprojekt und nebenbei ein sehr kleines Bitcoin-Los. Genau so sollte man es auch betrachten.

Wer regelmäßige Einnahmen erwartet, wird beim Solo Mining mit kleiner Hardware ziemlich sicher enttäuscht. Wer aber Bitcoin Mining verstehen will, Spaß an Technik hat und akzeptiert, dass die Chance winzig ist, für den ist das Thema trotzdem verdammt spannend.

Denn am Ende läuft da kein Spielzeug. Da läuft echte Bitcoin-Mining-Technik. Nur eben in sehr klein.